Tagblatt Online, 22. März 2011 01:08:06

Durchhalten hat sich gelohnt

Roland Harders, Präsident der Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau, ist zufrieden mit der abgelaufenen Saison.

(Bild: Archivbild: Rudolf Steiner)

Die Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau ist über dem Berg. Die Saison 2010/11 lief besser als erwartet. Preiserhöhungen auf Abonnemente und Eintrittskarten seien kein Thema mehr, sagt Präsident Roland Harders.

Esther Simon


weinfelden. Seit bald 40 Jahren bietet die Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau in jedem Herbst und Winter ein Theater- und Konzertprogramm in Weinfelden an. Wegen der wachsenden Konkurrenz hatte die Gesellschaft in den vergangenen Jahren zunehmend gegen den Rückgang bei Abonnements und Einzeleintritten zu kämpfen. Offensichtlich gelang es ihr nicht, auch jüngere Zuschauer und Zuhörer für das Programm zu begeistern.

 

Im Oktober 2010 hatte die Gesellschaft nur noch 250 Abonnenten. Der Winterthurer Roland Harders, erst seit einem Jahr als Präsident im Amt, schlug Alarm. Wenn sich die Situation nicht bessere, sagte er im Gespräch mit der Thurgauer Zeitung, könne die Gesellschaft nur noch sieben statt acht Veranstaltungen pro Saison anbieten, und die Preise auf Abonnements und Einzeleintritte müssten erhöht werden.

Zuwachs bei den Abonnements

Jetzt ist die Saison 2010/11mit acht Veranstaltungen vorbei, und Harders kann eine positive Bilanz ziehen. «Der Artikel in der Thurgauer Zeitung hat die Leute wohl aufgerüttelt», meint er. Der Rückgang bei den Abonnements habe gestoppt werden können. «Wir konnten sogar einen Zuwachs von über zehn Prozent verzeichnen», sagt Harders. Auch sei die Abendkasse vermehrt benutzt worden. Überhaupt seien mehr jüngere Zuschauer und Zuhörer in die Theatervorstellungen und Konzerte gekommen.

 

Anstelle des budgetierten Defizits von 22 000 Franken könne die Gesellschaft vielleicht sogar schwarze Zahlen schreiben. Preiserhöhungen auf Abonnements und Einzeleintritte seien jetzt kein Thema mehr, sagt Harders.

Kürzung kommt nicht in Frage

Auch eine Kürzung des Programms komme nun nicht mehr in Frage. Man wolle an den acht Veranstaltungen pro Saison festhalten. Vermutlich hätten die Leute das Programm in der Saison 2010/11 als sehr interessant empfunden, erklärt sich Harders den Erfolg. Mehrere Male war der grosse Saal im Kongresszentrum Thurgauerhof voll, und vor dem Konzert der Forster-Family am 14. Januar im Weinfelder Rathaus bildeten die Zuhörer eine lange Schlange.

 

Inwiefern der Zuwachs bei den Abonnements und den Verkäufen an der Abendkasse den Neuzuzügern in Weinfelden zu verdanken ist, klärt die Gesellschaft noch ab. Immerhin kann die Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau ihr aktuelles Programm den Unterlagen beilegen, welche die Gemeinde Weinfelden den Neuzuzügern abgibt.

Programm im Spätsommer

Die Gemeinde Weinfelden unterstützt die Gesellschaft jährlich mit 30 000 Franken, «wofür wir sehr dankbar sind», sagt Harders. Das neue Programm erscheint im Spätsommer, nach der jährlichen Mitgliederversammlung der Gesellschaft. Voraussichtlich gehen in der Saison 2011/12 wieder vier Theatervorstellungen und vier Konzertaufführungen über die Bühne.

 

Harders ist zuversichtlich, dass auch die neue Saison ein Erfolg wird: «Die Leute haben gemerkt, dass es attraktiv ist, wenn man ein Abo der Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau hat.»