Der beste Skorer des Schweizer Eishockeys der letzten Jahre heisst Damien Brunner. „Blade Brunner“, wie er in Nordamerika genannt wird, hat 2008/09 für den HC Thurgau als Ausleihspieler in drei Spielen vier Skorerpunkte realisiert. Der ehemalige Klotener, der mit den Detroit Red Wings und den New Jersey Devils in der Weltklasse des Profisports angekommen ist, unterstützt seit zwei Jahren als Gönner das Weinfelder Kulturleben.

 

WAZ: Damien Brunner, die NHL-Saison und die Eishockey-WM sind vorbei. Wie gestalten Sie den Alltag?

 

Damien Brunner: Ich geniesse seit ein paar Tagen das Leben in der Schweiz. Ich liebe es, zu spazieren, zu lesen und mich zu erholen.

 

Welche Bücher liegen momentan neben Ihrem Sofa?

 

Mitreissend finde ich die Thriller von Simon Beckett. Ich habe in der Trainingspause drei seiner Werke verschlungen. Von Louise Erdrich lese ich zurzeit „Das Haus des Windes“. Von Daniel Glattauer liegt mit „Gut gegen Nordwind“ eher leichte, unterhaltende, ja sogar erotische Literatur auf dem Bücherstapel. Ein Werk, das auch in Weinfelden produziert wird, oder?

 

Ja, genau! Als Gönner der Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau unterstützen Sie einen Verein, der seit Jahrzehnten qualitativ hochstehendes Kulturschaffen ermöglicht. Worin sehen Sie den Reiz in der Bühnenkunst?

 

Faszinierend finde ich die Besessenheit, die Musiker, Schauspieler und Sportler im täglichen Üben und Ausüben ihrer Profession leben. Mit Besessenheit meine ich das unnachgiebige Austarieren eines Ablaufs, und zwar bis er perfekt ist. Und wenn die Perfektion erreicht ist, finde ich es ebenso faszinierend, denselben Ablauf zu variieren und so den Künstler vor ein neues Problem zu stellen. Ein wahrer Künstler sieht dann darin eine neue Herausforderung, einen „challenge“, und nimmt neugierig und offen die neue Aufgabe an. Mit einer gewissen Gelassenheit ist dann Erfolg realisierbar.

 

Man spürt aus Ihren Worten die Liebe zum Detail …

 

Richtig, denn ab einem gewissen Niveau sind letztlich Details entscheidend – und vielleicht auch Glück. Das begünstigt man aber, wenn man sich im täglichen Üben, im klug eingeteilten und variationsreichen Üben anstrengt.

 

Welche Aufführungen werden Sie in Weinfelden besuchen?

 

Im Gegensatz zum letzten Jahresprogramm (Lockout der NHL bis Ende Dezember, Anm. der Redaktion), wo mich der scharfe Witz von Gerhard Polt und den Wellbrüdern unglaublich unterhalten hat, dürfte es dieses Jahr schwierig sein. Vielleicht klappt es für einen Besuch zum Auftakt mit den Queens of Piano. Sie sind am Flügel überragend und bieten eine tolle Show. Und sie sind sehr, sehr reizend.