Weinfelder Anzeiger | 24. Ausgabe Juni 2013

Emotionen mit hochklassigen Ensembles

Das Jahresprogramm der Theater- und Konzertgesellschaft Mittelthurgau (TKGMtg) lässt aufhorchen.
Dem siebenköpfigen Vorstand gelingt es, humoristische, klassische, moderne und gesellschaftskritische Elemente zu verknüpfen. Die Geschicke des Vereins leiten Katja Hess (Vizepräsidentin) und Roland Harders (Präsident).

 

 

Das Jahresprogramm 2013/14 kommt sehr farbig daher.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Ensembles aus?

 

Katja Hess: Wir setzen auf hohe künstlerische Qualität. Bevor es zu einem Engagement kommt, besuchen wir jeweils eine Aufführung des entsprechenden Ensembles. Die Eindrücke diskutieren wir dann im Vorstand. Wenn die Professionalität überzeugt und die Darbietung in das Gesamtkonzept passt, suchen wir mit dem Management einen geeigneten Termin.

 

 

Inwiefern spielen bei einem Engagement die finanziellen Mittel eine Rolle?

 

Roland Harders: Wir wägen die finanziellen Möglichkeiten sorgfältig ab. Doch unser Jahresprogramm wäre ohne gewisse Risiken niemals so attraktiv. Ein knallhartes Finanzregime würde die künstlerische Weiterentwicklung hemmen. Deshalb gehen wir auf Stiftungen und Institutionen zu, um das Vereinsbudget zu entlasten. Ebenso wichtig sind Gönnerinnen und Gönner. Die ideelle und finanzielle Unterstützung ermöglicht der Thurgauer Bevölkerung, attraktive Kulturangebote zu moderaten Preisen wahrzunehmen.

 


Seit 41 Jahren organisiert die TKGMtg kulturelle Veranstaltungen im Thurgauerhof und im Rathaus.

Was motiviert Sie, im Vorstand präsidiale Aufgaben
wahrzunehmen?

 

Katja Hess: Wichtig ist für mich harmonische Teamarbeit. Als Geigerin spiele ich oft auf einer Bühne. Nun lerne ich auch die Hinterbühne bzw. Managementaufgaben kennen. Als Organisatorin freut es mich, tolle Künstlerinnen und Künstler in den schönen Rathaussaal einzuladen.

 

Roland Harders: Wir haben eine tolle Zusammenarbeit im Vorstand und unter den Mitarbeitern. Das motiviert. Wichtig scheint mir auch, Traditionen mit innovativen Elementen zu bereichern. Daneben sind Begegnungen mit Persönlichkeiten sehr erfrischend. Kaffeetrinken mit Gerhard Polt beispielsweise war sehr interessant, entspannend und eine Bereicherung.

 


Welche Besonderheiten darf die Bevölkerung des Mittelthurgaus mit dem neuen Jahresprogramm erwarten?

 

Roland Harders: „Heisse Zeiten“ ist ein Musiktheater der Sonderklasse. Seit längerem sind die Vorstellungen im In- und Ausland ausverkauft. Ich denke, dass wir damit den Nerv der Weinfelderinnen treffen – und die Männer werden sich ebenso köstlich amüsieren. Genial wird sicher auch die Inszenierung Richard Wagners mit Stummfilm und Livemusik von 15 Musikerinnen und Musikern. Mit Christof Escher konnten wir einen international sehr erfolgreichen Dirigenten verpflichten.

 

Katja Hess: Bei einem gemeinsamen Bühnenauftritt im Casinotheater Winterthur habe ich Patrik Cottet Moine, europäischer Preisträger der Kleinkunstszene, erlebt. Was er auf der Bühne bietet, das ist umwerfend! Deshalb offerieren wir Jugendlichen bis 16 Jahre in Begleitung der Eltern oder Abonnenten freien Eintritt, natürlich auch in der Hoffnung, dass sie die Freude an der Bühnenkunst entdecken. Der Programmauftakt mit den Cello-Comedians Duo Calva ist musikalisch hochklassig und witzig. Das diesjährige Programm ist humorvoll und abwechslungsreich.